Am 23.05.2026 fand in München die Demonstration „AfD-Verbot jetzt!“ statt. Dieser Tag ist ein wichtiger Tag in der deutschen Geschichte. Gerade in der heutigen politischen Situation, geprägt von einem starken Rechtsruck, gewinnt der Tag des Grundgesetzes noch mehr an Bedeutung. Wir müssen unsere Demokratie gemeinsam ehren und dafür kämpfen, sie zu bewahren.
An diesem Tag demonstrierten wir gemeinsam mit vielen anderen Organisationen und wollten mit einem Redebeitrag zur Demonstration beitragen, um die studentische Perspektive zu beleuchten.
Während dieses Redebeitrags kam es zu einem Zwischenfall auf der Bühne. Der Münchner Kabarettist und Autor Christian Springer konfrontierte unseren Redner. Er schrie die Versammlungsleitung an: „Entweder ihr holt ihn von der Bühne oder ich gehe hoch“, stürmte auf die Bühne, nahm unserem Redner das Mikrofon und rief: „Geh sofort von der Bühne.“
Mit diesem Verhalten schuf er unserer Meinung nach ausgerechnet an diesem Tag und auf dieser Demonstration gegen Rechtsextremismus ein Klima der Unsicherheit und Ausgrenzung. Mit seinem Eingreifen vermittelte er den Eindruck, dass insbesondere bestimmte Minderheiten und marginalisierte Menschen nicht gleichermaßen willkommen seien.
Er rief: „Israel ist nicht faschistisch und es gibt keinen Genozid“, was aus unserer Sicht in klarem Widerspruch zu Aussagen der Vereinten Nationen und des Internationalen Gerichtshofes steht. Wie sollen wir für Menschenrechte kämpfen, wenn selbst Personen, die sich auf Solidarität und Antifaschismus berufen, internationales Recht öffentlich missachten?
Springer zögerte zudem nicht der Presse (dem BR) seine Darstellung der Ereignisse zu liefern. Dieser widersprechen wir nachdrücklich und werten sie als eine Diffamierung der gesamten Bewegung. Damit schadet er dem Kampf gegen die AfD und den gesellschadlichen Rechtsruck, um sich selbst in den Vordergrund zu drängen und seine eigenen „Narrative“ ins Rampenlicht zu stellen.
Der Veranstalter habe es versäumt, diese Rede zu stoppen, woraufhin er, Springer, dem Redner das Mikrofon entzogen habe. Daraufhin habe „eine große Gruppe Zuschauer“ gerufen: „Free, free Palestine“ und so „diese wichtige Veranstaltung zur Verbreitung von anti-israelischer Propaganda“ und „unwahren Narrativen zum Nahost-Konflikt“ missbraucht.
Auszug aus dem BR Beitrag
Auch das „Linke Bündnis gegen Antisemitismus“ ließ nicht lange auf sich warten und stellte mehrere Redner:innen der Demonstration öffentlich infrage. Die Instrumentalisierung des Antisemitismus-Begriffs und der Missbrauch des historischen Kontexts – ausgerechnet an diesem Tag – sind für uns inakzeptabel. Springer selbst sagte noch vor etwa einem Jahr in einem vom Freistaat Bayern veröffentlichten Video, dass die Gleichsetzung von Jüdinnen und Juden mit Israel ein antisemitisches Vorurteil sei. Genau deshalb gilt: Israelkritik ist kein Antisemitismus.
Ein andreer Redner und eine Sängerin […] hetzten gegen Israel. Auch nachdem wir und andere das beriets kritisiert hatten, durfte ein weiterer Redner mit offensiv getragener Kuffiyah auf die Bühne.
Auszug aus dem Instagram Story vom „Linke Bündnis gegen Antisemitismus“
Wir wenden uns gegen Antisemitismus in der AfD und weltweit. Er existiert nicht außerhalb gesellschaftlicher und politischer Kontexte. Deshalb müssen wir weltweit gegen Faschismus und für alle Unterdrückten kämpfen.
Für uns ist klar: Wir stehen gegen Faschismus und Unrecht nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Und wir stehen immer auf der Seite der Unterdrückten und der Menschen ohne Stimme, ob im Sudan, im Kongo, in China, in der Ukraine oder in Palästina.
Denn “Nie wieder ist jetzt” gilt für alle Völker!
Auszug aus der Rede
