Gleichstellung Fehlanzeige – Purplewashing an unseren Universitäten und in München

Kommentar zum 25.11.2025

Sowohl die LMU als auch die TUM feiern den 25. November mit einer orangenen Bank oder einem orange beleuchteten Turm, einem Symbol der Solidarität mit Frauen und FINTA-Personen. Doch diese Solidarität hält nur einen Tag.

Im Alltag erleben viele Studentinnen und FINTA-Studierende weiterhin Benachteiligung, Diskriminierung oder sogar Belästigung. Während ihre Erfahrungen kaum ernst genommen werden, reicht es institutionell oft nur für ein paar orange Lichter, nicht aber für echte Maßnahmen, die strukturelle Veränderungen bewirken würden.

Es ist beängstigend, darüber nachzudenken, wie diese Institutionen symbolische Gesten zur Schau stellen, während sie jeden Tag einen Genozid unterstützen. Einen Genozid, in dem Frauen ermordet werden, ohne Zugang zu Wasser und Hygieneprodukten menstruieren müssen, ohne medizinische Versorgung gebären und Opfer sexualisierter Gewalt als Kriegswaffe werden.

Noch erschütternder ist das Verhalten der Stadt München:

Am 25.11. wurde der Olympiaturm orange beleuchtet, während im Olympiastadion ausgerechnet an diesem Tag Till Lindemann auftrat. Ein größerer Schlag ins Gesicht dieses Gedenktages ist kaum denkbar. Täter werden geschützt, während FINTA-Personen täglich Gewalt, Übergriffe und Belästigung erleben.

Symbolik reicht nicht. Wir brauchen echte Veränderung.

Begriffe:

* Purplewashing bezeichnet das vorgespielte oder öffentlichkeitswirksame Zur-Schau-Stellen von Feminismus oder Frauenförderung, während in der Realität keine echten maßnahmen ergriffen werden oder sogar frauenfeindliche Strukturen bestehen bleiben.

* Der 25. November ist der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, ein weltweiter Aktionstag, der auf geschlechtsspezifische Gewalt aufmerksam macht und zu Prävention, Schutz und Gleichstellung aufruft.

* Die orangene Farbe steht für eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Orange wurde von den Vereinten Nationen gewählt, weil es Hoffnung, Sichtbarkeit und Optimismus symbolisiert, im Kontrast zur Dunkelheit der Gewalt.

* FINTA ist ein Akronym, das die Abkürzung für Frauen, Inter*, Nicht-binäre, Trans*- und Agender-Personen ist.

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