Folgend unsere Pressemitteilung zur Kundgebung „Strukturen töten, Medien verharmlosen! Kein Einzelfall, Gerechtigkeit für Rahma Ayat! Gegen Femizide, gegen Rassismus, gegen Islamhass!“, die am Dienstag, den 29.07.2025, um 18:00 Uhr am Odeonsplatz stattfindet.
Wir, Studis gegen Rechts München, sind wie viele andere Menschen in Deutschland und in München erschüttert über den neuesten Femizid, der Anfang Juli die 26 Jahre alte angehende Krankenschwester Rahma Ayat traf. Sie wurde ermordet, aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion. Aber auch aufgrund der Gesellschaft, welche immer wieder wegsieht von Frauenhass, von Rassismus und von Islamfeindlichkeit; aufgrund von Politik, welche diese hasserfüllten Meinungen salonfähig macht; von Polizei, welche offensichtliche Merkmale ignoriert und für die das „Motiv unklar“ ist.
Doch das Motiv ist unserer Meinung nach alles andere als unklar. Nicht nur hinterließ der Täter mehrmals frauenverachtende und sexistische Kommentare, sondern bereits Wochen vor der Tat berichtete Rahma von verbalen und psychischen Attacken durch den mutmaßlichen Täter, aufgrund ihrer Herkunft und ihres Hijabs. Doch ihre Familie konnte ihr nicht helfen, denn Rahma kam alleine nach Deutschland, um Krankenschwester zu werden, um Leben zu retten. Doch dieses Land, in das sie kam, um zu helfen, ließ sie im Stich, hörte ihr nicht zu, schweigt nach ihrem Tod. Laut der Polizei lassen sich die Aussagen Rahmas nicht bestätigen. Noch nicht einmal nach ihrem Tod wird ihr geglaubt.
Uns ist eins klar: Dies ist kein Einzelfall. Es ist ein Muster, welches immer wieder marginalisierte Menschen trifft. Rahma Ayats Mord war im Mittelpunkt gleich mehrerer Geschwüre dieses Musters. Als migrantische, offen muslimische Frau ist sie nicht nur wie jede Frau von Sexismus, sondern auch von Rassismus und Islamfeindlichkeit betroffen. Und ebenfalls ist uns klar, dass wir dazu nicht schweigen dürfen und nicht schweigen können.
Aus diesem Grund haben wir, zusammen mit „Femizide stoppen München“, zu der oben genannten Kundgebung aufgerufen.
Das Ziel dieser Kundgebung ist, mehr Aufmerksamkeit für Rahmas Mord sowie Femizide und rechte Gewalt im Allgemeinen zu schaffen und dabei Rahma und allen anderen Opfern solcher Gewalt zu gedenken.
Wir fordern:
• Eine lückenlose, transparente Aufklärung des Mordes.
• Die Anerkennung als rassistisches, islamfeindliches Hassverbrechen und als Femizid.
• Konsequenzen bei der Polizei, in den Medien, in der Politik.
• Einen gesellschaftlichen Wandel, der das Schweigen endlich durchbricht.
Für die Kundgebung planen wir mehrere Reden, welche über den Mord und die Gesellschaft, welche diesen Mord begünstigt hat, aufklären – sowie ein Gedenken mit Kerzen für Rahma und alle Opfer von Femizid.
